Bundesnachwuchssichtung MTB in Wombach


Felsenlabyrinth spannend, rutschig und gefährlich

Bericht von Roland Pürzer

Am Wochenende vom 26./27.04.14 fand der erste Lauf zur Bundesnachwuchssichtung MTB in Wombach in der Nähe von Aschaffenburg statt. Die Streckenbauer hatten sich sowohl für den Technikwettbewerb am Samstag als auch für das Cross Country Rennen am Sonntag einige fahrtechnische Schwierigkeiten auf internationalem Niveau einfallen lassen.
Deshalb reisten wir bereits am Mittwoch abend mit unseren U17-Fahrern Michael Mickelat und Timo Pfeiffer an, um genug Zeit zum Training auf den Strecken zu haben. Unser U19-Fahrer Marco konnte nach Materialschaden in der Vorwoche erst kurzfristig am Samstag über die Anreise entscheiden, dafür war unser U15-Fahrer Leon Aures schon vor Ort. Unsere U17-Sportlerin Melanie Blümel sorgte schließlich dafür, dass wir auch in den Damenklassen vertreten waren.
Nach zwei Tagen ausgiebigen Techniktraining im künstlichen Felsenlabyrinth und am „Josh-Drop“ – einer dreiteiligen, insgesamt über einen Meter hohen Stufe – ging es am Samstag für die U15 und U17 in den Technikwettbewerb, den Slalom. Dabei war eine Abfahrtsstrecke im Wald mit zahlreichen natürlichen und künstlichen Hindernissen und einer Renndauer von ca. 1:30 min zu bewältigen.
Bereits bei den U15 Fahrern bewies Leon Aures, dass er als jüngerer Jahrgang schon zu den technisch versiertesten Fahrern gehört. Zwei fehlerfreie Läufe brachten ihn auf den 15. Platz in einer über sechzigköpfigen Konkurrenz.
Anschließend war Melanie bei der U17 weiblich gefordert. Im ersten Technikwettbewerb ihrer noch jungen Radsportkarriere schaffte sie auf Anhieb einen fehlerfreien Lauf und platzierte sich auf dem 11. Rang, war damit zugleich zweitbeste bayrische Fahrerin.
Weniger Glück hatte Michael bei der U17. Bis zur letzten Schlüsselstelle, ein querliegender Baumstamm, war er mit einer sehr guten Zeit unterwegs. Allerdings blieb er mit dem Hinterrad hängen, rutschte aus dem Pedal, verlor wertvolle Sekunden und landete auf dem 80. Rang. Timo musste schon während des Trainings feststellen, dass die Strecken gezielt für 29″ Laufräder gebaut worden war. Er musste mit seinem 26″-Bike an vielen Stellen massiv Tempo herausnehmen, um die Passagen sicher bewältigen zu können, und war deshalb auch mit dem 78. Rang durchaus zufrieden. Etwas durchwachsener verlief der Sonntag, nach einer Nacht mit Dauerregen. War das Felsenlabyrinth am Samstag noch spannend, war es Sonntag morgen nur noch rutschig und gefährlich.
Als erstes musste Melanie bereits um 9:00 Uhr an die Startlinie. Zwar konnte sie sich in den Anstiegen noch gegen ihre Gegnerinnen behaupten, doch in den matschigen Abfahrten zeigte sich die fehlende Routine, so dass am Schluss nur ein 19. Platz drin war.
Anschließend ging es weiter mit Leon. Bei ihm war der Rennverlauf genau umgekehrt. Gegen die körperlich überlegenen Fahrer des älteren U15-Jahrgangs hatte er nur seine überlegene Fahrtechnik in den rutschigen Passagen gegen zu setzen. In Summe war dies ein 36. Platz.
Im U17-Rennen gelang Michael ein guter Wettkampf gegen 84 andere deutsche Spitzenfahrer. Nach seinem verpatzten Slalom musste er aus der letzten Startreihe antreten, konnte sich aber Runde für Runde konsequent nach vorn arbeiten. Mit einem 55. Gesamtplatz war er sehr zufrieden, zumal er noch zwei bayerische Kadersportler hinter sich lassen konnte. Für Timo war bei diesen extrem schwierigen Verhältnissen nur ein Platz im hinteren Drittel des Feldes drin.
Wie es Marco Holzwarth in der U19 ging, schreibt er in einem eigenen kleinen Bericht.
Und der Trainer? Der entschied sich nach drei anstrengenden Tagen und einem weiteren Platzregen um 16:00 Uhr seine Startnummer gar nicht mehr abzuholen…

Bericht von Marco Holzwarth

Mein erstes Rennen der neuen Saison bestritt ich am 27. April in Wombach.
Das Rennen zählte zum Deutschland Cup und war zugleich der Bayernligaauftakt.
Eine Stunde vor dem Start fing es an zu regnen. Dadurch wurde die ohnehin schon matschige Strecke zu einer Schlammschlacht.
Um 15 Uhr starteten wir dann bei anhaltendem Regen in die technisch sehr anspruchsvolle Runde. Der Start verlief für mich alles andere als gut. Direkt vor mir bildete sich sofort nach dem Startschuss ein Stau, an dem ich auch nicht seitlich vorbei kam und somit bog ich als letzter der männlichen U19 in den Startloop ein.
Am Anfang hatte ich große Probleme, wieder auf die Gruppe voll aufzuschließen. Doch als es in die erste technische Passage ging, konnte ich mich wieder heranarbeiten. Die nächsten 3 Runden verliefen gut für mich. Ich konnte mich immer weiter nach vorne arbeiten. Allerdings mussten mehrere Stellen, die beim Abfahren der Strecke noch gut fahrbar waren, wegen dem Regen geschoben werden. Als ich ca. die Hälfte der vierten und letzten Runde absolviert hatte, machte es „zisch“, und da war die Luft schon draußen. Also musste ich die letzte halbe Runde noch komplett laufen. Dabei ließ es sich nicht verhindern, dass noch 3 Junioren an mir vorbeizogen. Im Ziel war es dann der 20. Platz für mich, mit dem ich ganz zufrieden sein kann.